Flens-Beach-Trophy in Pelzerhaken

Wenn der Sport zur Nebensache wird,

dann muss das Wochenende nicht zwangsläufig als misslungen gelten. Schon gar nicht wenn diese Tage in Zarnekau verbracht werden. Dieser kleine Ort in Ostholstein ist für die Hohenseer schon so etwas wie eine zweite Heimat geworden. Man fährt auf den Hof der Freiwilligen Feuerwehr, begrüßt Wehrführer Maik aufs Herzlichste und übernimmt quasi das Gelände. Kurz ein paar Bälle aufs Tor „geballert“, Begrüßungsbierchen, gemütliches Grillerchen und ein geselliger Spieleabend mit Kind und Kegel. Ein typischer Start in ein Zarnekau-Wochenende. Und wenn United in diesem Jahr auch mit einer sehr kleinen Truppe vor Ort war, so war es dennoch eben jenes Flair, welches wir hier seit 2012 genießen dürfen.
 
In den vergangenen Jahren sind die Beacher der United von hier aus am Samstag UND am Sonntag zu Turnieren aufgebrochen und konnten den ein oder anderen Erfolg in der Lübecker Bucht erspielen. Doch die Flens-Beach-Trophy hat sich verändert. Selbst der Vorreiter in Sachen Beachsoccer in Deutschland, der Schleswig-Holsteinische Fußballverband, konnte die rückläufige Entwicklung nicht verhindern. So werden aus Mangel an Teilnehmern schon ab 2016 nur noch am Samstag Turniere gespielt. Auch unser Lieblingsturnierort Scharbeutz gehört schon seit Jahren nicht mehr zur Serie. Jetzt also stand die Premiere in Pelzerhaken an. Und zu dieser hatten 10 Teams gemeldet! Nach kurzer Autofahrt über die Hügel der Holsteinischen Schweiz erreichten wir den Turnierstrand. Leider hatten wir kein Glück mit dem Wetter. Stürmisch, kühl und immer wieder heftige Schauer. Dazu etwas Konfusion vor dem Start: einige Teams reisten nicht an, Gruppen sollten umsortiert werden, dann doch wieder nicht. In unserer Gruppe blieben nur vier Teams übrig. Unser erstes Spiel gegen die Sea Lions aus Schleswig endete 1:1. Ein unbequemer Gegner, gute Fußballer und ein gerechtes Endergebnis. Danach schnell wieder verkriechen in der erbauten „Höhle“ aus drei zusammengerückten Strandkörben und dem Pavillon. Zusammenkuscheln, Kinder, Frauen und Hund bei Laune und auch trocken halten. Gar nicht einfach, denn Sturm und Regen nehmen zu. In der Folge reisen zwei Teams ab. Natürlich kann man eine Abreise mitten im Turnier verurteilen, wenn man die Teams aber gesehen hat, nach 3h im Dauerregen, ohne Unterstellmöglichkeit, ohne „Höhle“, dann kann man das nachvollziehen. Das geht schon an die Substanz und man darf hier auch den Veranstalter fragen, warum es bei einem Event von 13:00-20:30 Uhr kein Zelt für die Teams am Strand gibt. Für unseren „Beachsoccer-Cup Karlshagen“ eine Selbstverständlichkeit. So blieben in unserer Gruppe nur noch 3 Teams. Als die Wetterkapriolen genau vor unserem zweiten und jetzt letzten Gruppenspiel ihren Höhepunkt erreichten, kamen Gedanken auf, ob eine Niederlage und das damit verbundene Turnieraus vielleicht sogar besser wären. Fluch oder Segen? Einfach nur nach Hause. Selbstverständlich liegt uns Hohenseern diese Sicht fern. Wir sind ja Sportler und ehrgeizig dazu. Wer uns aber in dem Spiel gegen Beach United gesehen hat, der konnte die Gefühlslage deutlich erkennen. Und so war der Gegner bissiger, zielstrebiger und gewann deutlich mit 5:1 gegen ein schwaches HSU. Der Rest ging dann schnell: Abriss der Behausung, Kinder und Klamotten eingesackt und ab nach Zarnekau.
 
Und? Wir wurden sogar noch einmal belohnt. Die Sonne zeigte sich kurz. Also mussten wir einfach nochmal den Grill anschmeißen. Dann unser bestes Fußballspiel des Tages auf dem Rasenplatz der Feuerwehr. Jenner, Konni, Ricardo, Romy, Claudia und Rosalie konnten das Team mit Totti, Püppi, Tamino, Corinna und Enro in einer hochklassigen Partie am Ende niederringen. Ein Riesenspaß! So wie der Abend danach. United-Familie daheim! Daheim in Zarnekau! Manchmal ist das eben Wichtiger. Man darf nur hoffen das HSU sich dessen bewusst ist, und hier weiterhin wenigstens einmal im Jahr vorbeischaut. Wo dann das Beachsoccer Turnier stattfindet ist eigentlich nebensächlich, so wie auch der Sport an diesem Wochenende. Und das muss auch so sein, denn wer will schon sagen: Wir sind für 2 Spiele und 36 Minuten Fußball durch die Republik gefahren?